Freitag, 12. November 2010

Hust und Schnief

Und schon ist sie wieder da - die Erkältungszeit. Alle Jahre wieder. Da ich des öfteren gefragt werde, was man denn vorbeugend oder auch in der Anfangszeit machen kann, hier mal ein paar von mir selbst erprobte Tipps.
Also, Stift zücken und Einkaufszettel schreiben - vor allem und gerade, wenn man jetzt (noch) gesund ist. Es empfiehlt sich, die Sachen schon dabei zu haben, wenn es losgeht, am besten in der Handtasche oder im Auto lagern, damit es auch in jeder Situation griffbereit ist.
Die meisten hier vorgestellten Sachen sind jahrelang haltbar und daher eine Anschaffung fürs Leben.

Mein persönlicher Favorit seit Jahren: 
Schüßler Salz Nummer 3
Beim ersten Anzeichen einer Erkältung 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und das ganze möglichst heiß trinken. 
2-3x täglich und wirklich am besten schon nach den ersten 2 Niesern damit anfangen und nicht erst wenn der Kopf schon dröhnt und die Nase zu ist.
Die ewige Diskussion über Wirksamkeit und Unwirksamkeit habe ich inzwischen zur Genüge geführt - Skeptiker mögen es doch einfach mal versuchen und dann urteilen.
80 Stück davon kosten ca. 3 Euro, wem es nicht taugt, hat kaum was verloren und zur Not freuen sich zumindest die Zimmerpflanzen, wenn man sie damit gießt.

Ein weiteres must have in der Hausapotheke und den meisten wahrscheinlich unbekannt: 
Spenglersan Kolloid G
Inzwischen als praktisches Nasenspray erhätlich.
Gegenüber herkömmlichen Nasensprays hat es 4 Vorteile:
- macht nicht abhängig
- mehrere Jahre haltbar
- wirkt nicht nur lokal abschwellend auf die Schleimhäute sondern regt das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern an und kann daher auch vorbeugend benutzt werden
- kann bei Bronchitis direkt auf der Brust eingerieben werden

Sowohl Spenglersan G als auch Schüßler Salz Nummer 3 helfen gegen Halsschmerzen, daher wird das jetzt nicht extra behandelt.

Wen der Husten nachts nicht schlafen lässt, dem lege ich Ravensara-Öl (Ravensara aromatica bzw Cinnamomum camphora L.) ans Herz. Es wirkt antiviral und ein paar wenige Tropfen in etwas Öl und damit Brust und Rücken einreiben stoppt das Kitzeln im Hals und lässt einen beruhigt schlafen.

Wer diese drei Mittel in der Hausapotheke hat, tut etwas für seine Gesundheit, die Umwelt und den Geldbeutel.
In Kombination kann man damit eine aufkommende Erkältung stoppen oder ihren Verlauf abkürzen - von den berühmten 7 Tagen auf etwa 4.

Und das Wichtigste ist: Trinken, Trinken, Trinken. Am besten stilles Wasser. Vor allem bei Husten, denn Wasser ist ein natürlicher Schleimlöser - nebenwirkungsfrei.


Mittwoch, 18. August 2010

Zyklus und Fruchtbarkeit - Mythen und Fakten

Jeder kennt sie und alle meinen, Bescheid zu wissen - Mythen (anders kann man es schon fast nicht nennen) über den weiblichen Zyklus.

Das meiste, was wir in der Schule gelernt haben, wird erschreckenderweise auch heute noch so gelehrt (und dann wundert man sich über Teenies, die ungewollt schwanger werden).
Dazugelernt haben wir seitdem diesbezüglich wenig.
Durch meine Arbeit habe ich viel Kontakt zu Frauen, die teilweise haarsträubende Geschichten über ihre Frauenärzte (männliche wie auch weibliche) erzählen und sich oft wider besseren Wissens verunsichern lassen.
Im Folgenden also ein paar Mythen, die wir (fast) alle für wahr halten.

Mythos 1:
Der Zyklus einer Frau ist 28 Tage lang
Haben wir alle mal so gelernt, oder? Wer Kinder im entsprechenden Alter hat, kann ja mal im Biologiebuch nachsehen - oder am Ende dieses Beitrages ein paar Zitate aus aktuellen Lehrbüchern finden.

Fakt:
Die AG NFP (Arbeitsgruppe natürliche Familienplanung) hat sich die Mühe gemacht und 10.000 Zyklen ausgewertet. Das Ergebnis: nur ca 13% der Frauen haben einen Zyklus von 28 Tagen (natürlich immer davon ausgehend, dass nicht hormonell verhütet wird!).
Als "normal" werden von der AG NFP Längen zwischen 23 und 35 Tagen angesehen.
Jugendliche haben noch seltener als erwachsene Frauen einen 28-Tage-Zyklus.

Auf ein paar Tage hin oder her kommt es ja eigentlich nicht an, oder? Das alles wäre natürlich nicht so schlimm, wenn auf diesem Mythos nicht weitere "Fakten" aufbauen würden.
Vielen Frauen ist eine unterschiedliche Zykluslänge (und damit früher oder später einsetzende Blutung) durchaus bekannt, nicht bewusst ist ihnen allerdings, dass damit auch der Eisprung früher oder später stattfand - und somit das Risiko einer (ungewollten) Schwangerschaft steigt.

Mythos 2:
Der Eisprung findet etwa in der Mitte des Zyklus statt
Das bedeutet bei einem 28-Tage-Zyklus in etwa an Zyklustag 14. Und wie wir jetzt wissen, trifft das auf etwa 13% aller Frauen zu.

Fakt:
In der Hälfte aller Zyklen findet der Eisprung erst nach dem 14. Zyklustag statt, am häufigsten zwischen Zyklustag 12 bis 19.

Mythos 3:
Mit einsetzen der ersten Menstruation ist ein Mädchen fruchtbar

Fakt:
Der Zyklus einer Frau beginnt mit der Follikelphase - unter Einsatz der Schilddrüse und der Hypophyse werden Hormone freigesetzt, die zur Eizellreifung im Eierstock führen. Somit kann ein Mädchen schon VOR dem einsetzen der ersten Menstruation schwanger werden.

Mythos 4:
Erste und zweite Zyklushälfte sind gleich lang

Mythos 4 baut auf Mythos 1 auf - da mag es in den meisten Fällen stimmen - beide sind ca 14 Tage lang.

Fakt:
Die erste Zyklushälfte vor dem Eisprung schwankt ebenso in ihrer Länge wie die zweite Hälfte.
Mit dem Unterschied, dass die 2. Zyklushälfte maximal 18 Tage lang sein kann - die erste Hälfte dagegen beliebig lang (ich kenne eine Frau mit einem Eisprung ca. an Tag 99 - die in diesem extrem langen Zyklus schwanger wurde!)

Mythos 5:
Der zweite Eisprung

Fakt:
Einen 2. Eisprung, der Tage nach dem ersten Auftritt, gibt es nicht. Falls in einem Zyklus 2 (oder ganz selten) mehr Follikel springen, tun sie dies ALLE innerhalb von 6 Stunden.

Mythos 6:
Während der Menstruation kann man nicht schwanger werden

Fakt:
Das hängt von jeder Frau individuell ab. Selten, aber möglich, wenn die Blutung lange dauert und der Eisprung schon sehr früh stattfindet.

Mythos 7:
Spermien überleben nur 2-3 Tage

Fakt:
In der fruchtbaren Zeit können Spermien im weiblichen Körper 3-5 Tage überleben


Und hier wie versprochen die Zitate aus den Lehrbüchern:

"...Das löst den Eisprung in der Mitte eines jeden Zyklus aus..." (Liebe, Sex und Mehr. Alles, was ihr wissen sollt. Chr. Wolfrum und P. Süß. DTV, Aktualisierte Neuauflage, 2005)

Da haben wir ihn, den Eisprung in der Mitte eines jeden Zyklus.

"...Während seiner Reifungszeit von 14 Tagen sondert das Eibläschen ständig das Hormon Östrogen ab. Ist das Eibläschen herangereift, platzt es und gibt das befruchtungsfähige Ei frei. Das Ei wird vom Eileiter aufgefangen und wandert nun etwa drei bis sechs Tage lang durch den Eileiter zur Gebärmutter. Nur während dieser Zeit kann das Ei von einer Samenzelle befruchtet werden..." (First Love. Ein Aufklärungsbuch für junge Leute. Ravensburg 2004)

Jedes Ei in jeder Frau reift also 14 Tage. Gut zu wissen (vor allem für die Teenies).

"Die Menstruation tritt alle 28 Tage auf und dauert drei bis fünf Tage." (Biologie, Gymnasium, Sekundarstufe 2, Band 2. Kapitel Der Mensch. H. Blümel, Volk und Wissen, 1999)

"Die weiblichen Sexualhormone sorgen dafür, dass alle 28 Tage in einem dieser Follikel eine reife Eizelle heranwächst. In der Mitte des Menstruationszyklus, also um den 14. Tag, ist es dann soweit: Die Eizelle ..." (Das Verhütungsbuch, Petra Neumayer, Foitzick Verlag, 2003)

Freitag, 8. Januar 2010

Hühnersuppe bei Erkältung

In der kalten Jahreszeit erwischt es fast jeden: die Erkältung.
Ein altes Hausmittel, das auch noch schmeckt, ist die Hühnersuppe.
Wie sagte schon meine Uroma so schön: Ohne Medikamente dauert eine Erkältung 7 Tage, mit Medikamenten eine Woche.
Essen muss man so oder so, also warum nicht eine leckere Hühnersuppe (wer zu krank zum selberkochen ist, sollte einfach jemanden darum bitten).

Die Inhaltsstoffe einer Hühnersuppe können entzündungshemmend wirken.
Die heiße Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht und löst den Schleim. Dabei erwies sich in wissenschaftlichen Versuchen Hühnerbrühe wirksamer als heißes Wasser. Schluckweise gegessen, können Nasensekrete besser abfließen.
Die Dämpfe heißer Hühnerbrühe erhöhen die Temperatur in den Atemwegen, weshalb sich Erkältungsviren nicht so schnell vermehren können.

Wer jetzt auch noch Chili, Ingwer und Knoblauch in seine Hühnersuppe gibt, hat ein äußerst schmackhaftes Rezept gegen Erkältung im Topf.

Chili ist ein ausgezeichnetes Mittel für die Lunge (aber bitte nicht übertreiben!), löst zähen Schleim, wirkt auswurffördernd und betäubt Schmerzen.

Ingwer ist gut gegen Fieber und Husten, außerdem wirkt es blutverdünnend und hilft hervorragend innerlich gegen die winterliche Kälte.

Knoblauch ist ein natürliches Antibiotikum, das Infektionen bekämpft, das Immunsystem stimuliert und auf die Nasenschleimhaut abschwellend wirkt.

Und hier ein Rezept für eine leicht asiatische Hühnersuppe, nicht nur für Kranke:

Für 4 Personen:

1 Stück Ingwer (ca. 3 cm)
1-3 Knoblauchzehen
400 ml Kokosmilch (nach belieben)
100 ml Weißwein
1 Stange Zitronengras
2 Stück Kaffir-Limettenblätter
4 Hähnchenschenkel (mit Rückenstück) oder 400 g Hühnchenfleisch
1 Chilischote
Gemüse nach Belieben
Salz, Pfeffer


Wer komplett auf Instantbrühe verzichten möchte, sollte die Suppe öfter zwischenrein abschmecken, mit den vorgeschlagenen Gewürzen nicht geizen und Hähnchenschenkel benutzen - das Fett unter der Haut und die Knochen geben einen Geschmack ab, den man mit anderem Hähnchenfleisch einfach nicht hinbekommt.

Ingwer, Knoblauch und Chili kleinhacken. In einem großen Topf das Hähnchen scharf anbraten.
Wenn das Hähnchen gut angebraten ist, Hitze reduzieren und die Hälfte von Ingwer, Chili und Knoblauch dazugeben. Kurz anbraten, ohne dass etwas verbrennt.
Mit 100 ml Weißwein ablöschen, kurz einkochen lassen (nicht vollständig), mit Salz und Pfeffer würzen.
Jetzt soviel Wasser zugeben, dass das Fleisch komplett bedeckt ist. Mindestens eine Stunde sanft köcheln lassen. Zwischenrein kontrollieren, ob noch genug Flüssigkeit da ist (wer mehr Brühe mag, sollte da ruhig großzügig sein)
20 min vor Ende der Kochzeit das Zitronengras und die Limettenblätter dazugeben (nur wers mag, am besten in einem Teesieb, dann kann man es am Schluß leicht wieder rausnehmen) und die Kokosmilch. Evtl nachwürzen.
Wer Hähnchenschenkel benutzt, nach einer Stunde vom Knochen lösen (müsste jetzt ganz leicht gehen) und wieder in die Suppe geben.
Den restlichen Ingwer, Knoblauch und Chili mit dazugeben. Wer mag, kann jetzt auch noch (Asia-)Gemüse und/oder Nudeln (Reis- oder Mienudeln) reinmachen.
Die Suppe nochmal 10 Minuten ganz sanft köcheln.

P.S. Schmeckt am nächsten Tag fast noch besser.

Guten Appetit!