Mittwoch, 13. Mai 2009

Auch für Männer interessant – Die Anti-Baby-Pille

Kein Medikament wird von Frauen zwischen 16 und 40 Jahren so häufig und regelmäßig eingenommen wie die Pille.
Noch nie war Verhütung so einfach wie heute – Pille einwerfen und alle (Verhütungs-)Sorgen vergessen. Allerdings hat das beliebte Verhütungsmittel allerlei Nebenwirkungen. Selten treten diese sofort oder gemeinsam auf, einige schleichen sich im Laufe der Zeit ein und werden dann nicht mehr mit der Pille in Zusammenhang gebracht.
Ein kleiner Auszug an Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage von 4 häufig verwendeten Pillensorten:

- Kopfschmerzen (oder gar Migräne) (4 von 4)
- Stimmungsschwankungen (3 von 4)
- Libidoverlust (4 von 4)
- Vaginale Infektionen inkl. Pilzinfektionen (4 von 4)
- depressive Verstimmung bis hin zu Depressionen (2 von 4)

Und das waren nur einige der häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen, die Frau erheblich beeinträchtigen (und natürlich auch die Partnerschaft).
Heutzutage haben schon junge Frauen mit Mitte 20 eine mehrjährige Pilleneinnahme hinter sich – frau weiß dann oft gar nicht, wie es sich anfühlt, nicht „fremdhormongesteuert“ zu sein.
Wer eine oder gar mehrere dieser Nebenwirkungen hat, sollte seinen behandelnden Arzt darauf ansprechen (und sich nicht abwimmeln lassen). Sinnvoll wäre es, die Packungsbeilage parat zu haben, um gegebenenfalls auf die gelisteten Nebenwirkungen hinweisen zu können. Auch ein Arzt kann die nicht alle im Kopf haben.
Falls noch unbekannte Nebenwirkungen auftreten sollten, kann man gemeinsam mit dem Arzt folgendes Formular ausfüllen und an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft schicken.

Wer die Pille absetzen möchte (z.B. wegen Kinderwunsch), muss in einigen Fällen damit rechnen, dass es bis zu einem Jahr dauern kann, bis die Eierstöcke ihre Funktion wieder aufnehmen. Gerade wer schon in jungen Jahren oder wegen Zyklusunregelmäßigkeiten Hormone verschrieben bekommen hat, muss damit rechnen, dass die Pille diese Probleme in der Zwischenzeit nicht gelöst hat.
Wer nach dem absetzen Probleme hat, könnte seinen Körper unterstützen die fremden Hormone wieder loszuwerden, in dem man sanft, z.B. mit Tees, die Ausscheidungsorgane Leber und Niere anregt.

Inzwischen wird ja auch schon länger an der „Pille für den Mann“ geforscht (die eigentlich keine Tablette sondern ein Stäbchen ist), ob sich diese allerdings durchsetzen wird ist fraglich, siehe dazu auch den Selbstversuch mit einer ziemlich reißerischen Überschrift.

Wer jetzt nach einer (hormonfreien) alternativen Verhütungsmethode sucht, hier eine Liste mit zugehörigem PI (Pearl-Index – Anzahl der eingetretenen Schwangerschaften bei 100 Frauen die ein Jahr damit verhütet haben).

Hormonspirale: 0,16
Pille: 0,1 – 0,9
Depotspritze: 0,3 – 0,88
Minipille: 0,5 – 3
Vaginalring: 0,4 – 0,65
Verhütungspflaster: 0,72 – 0,9
Kupferspirale: 0,9 – 3
Hormonimplantat: 0 – 0,08
Basaltemperaturmethode: 0,8 – 3*
Lea Contraceptivum: 2 – 3
Diaphragma: 1 – 20
Kondom: 2 – 12
Portiokappe: 6
Kondom für die Frau: 5 – 25
Zykluscomputer: Hormonmessung: 5 – 6
Zykluscomputer: Temperaturmessung: 2
Chemische Verhütungsmittel: 3 – 21
Koitus interruptus: 4 – 18
Quelle: Pro Familia.

*Die AG-NFP gibt einen PI von 0,4 an, allerdings ist das auch eine Kombination aus Temperaturmessung und Schleimbeobachtung und bezieht sich auf Enthaltsamkeit während der fruchtbaren Zeit. Ansonsten muss der PI der jeweiligen Barrieremethode mit einbezogen werden (z.B. Kondome in der fruchtbaren Zeit).

Zu guter Letzt sei noch darauf hingewiesen, dass die Pille zwar vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt – nicht aber vor Geschlechtskrankheiten oder HIV.