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Dienstag, 19. Juni 2012

Zeckenimpfung

Gestern war es mal wieder so weit: etwa 2 Stunden nach der Hunderunde wollte sich eben eine Zecke an meinem Oberschenkel festsaugen. Ich habe es zum Glück gleich gemerkt und konnte sie gut entfernen lassen. Dank Hunde ist dieser Haushalt bestens in Operationen am lebenden Objekt geübt.
Ich werde den Zeckenbiss noch ein paar Wochen weiter beobachten.
Das sollte übrigens jeder tun, der so einen kleinen Blutsauger auf sich entdeckt. In letzter Zeit höre ich immer wieder: Ach, ich bin doch geimpft. Nur leider ist es so, dass es so etwas wie eine Zeckenimpfung nicht gibt. Man kann sich gegen FSME impfen lassen, Zecken übertragen aber neben FSME auch noch einige andere, sehr unschöne Krankheiten, zum Beispiel die Borreliose, und keine davon sollte man auf die leichte Schulter nehmen.
Daher sollte man nach einem Zeckenbiss immer die Bissstelle gut beobachten. Tritt eine Rötung auf, die sich großflächig um die Stelle ausbreitet oder Fieber sollte schnellstmöglichst ein Arzt aufgesucht werden. In der Anfangsphase kann man noch gut mit Antibiotika behandeln. Die Borreliose verläuft schubweise, mit grippeähnlichen Symptomen, Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen. Später kann es zu Lähmungen kommen und einer ganzen Reihe von Begleiterscheinungen wie Nackensteife, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Müdigkeit etc.
Eine Behandlung und auch eine Diagnose sind dann schwer und sehr langwierig. In der Naturheilkunde gibt es inzwischen glücklicherweise einige Behandlungsmöglichkeiten, die meisten davon aber auch nur begleitend.

Montag, 18. Juni 2012

Vorstellung: Viva la Eat!

Nahrungsmittelintoleranz - für viele Menschen bedeutet das einen langen Leidensweg, denn bis die Diagnose erst einmal gestellt ist, vergehen Wochen und Monate, oft sogar Jahre. Eine Freundin von mir kann davon ein Lied singen und hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um Menschen zukünftig diesen Leidensweg zu ersparen. Auf ihrer Website  bietet sie individuelle Lösungen für jegliche Form von Nahrungsmittelintoleranz an. Beratung, Back- und Einkaufs-Coaching und jede Menge leckerer Rezepte findet man auf Website und Blog. Glutenfrei und laktosefrei, histaminarm und fruktosearm - für jede Intoleranz finden sich hier gleich mehrere leckere Rezepte - einige durfte ich schon probieren und war sehr angetan. 
Praktisch ist auch der Gastroführer - die Liste ist noch sehr klein, aber natürlich steht es jedem frei, eine kurze Mail an Tine zu schicken, damit sie das Restaurant mit aufnehmen kann.
Außerdem kann man sich beim monatlichen Stammtisch "MEET AND EAT! Lecker essen - trotz Intoleranz" austauschen und miteinander ins Gespräch kommen. Es werden unterschiedliche Lokale getestet, in denen es verträgliche Gerichte gibt. Ziel ist es auch eine Gruppe für betroffene Kinder aufzubauen.

Mittwoch, 18. August 2010

Zyklus und Fruchtbarkeit - Mythen und Fakten

Jeder kennt sie und alle meinen, Bescheid zu wissen - Mythen (anders kann man es schon fast nicht nennen) über den weiblichen Zyklus.


Das meiste, was wir in der Schule gelernt haben, wird erschreckenderweise auch heute noch so gelehrt (und dann wundert man sich über Teenies, die ungewollt schwanger werden).
Dazugelernt haben wir seitdem diesbezüglich wenig.
Durch meine Arbeit habe ich viel Kontakt zu Frauen, die teilweise haarsträubende Geschichten über ihre Frauenärzte (männliche wie auch weibliche) erzählen und sich oft wider besseren Wissens verunsichern lassen.
Im Folgenden also ein paar Mythen, die wir (fast) alle für wahr halten.


Mythos 1:
Der Zyklus einer Frau ist 28 Tage lang
Haben wir alle mal so gelernt, oder? Wer Kinder im entsprechenden Alter hat, kann ja mal im Biologiebuch nachsehen - oder am Ende dieses Beitrages ein paar Zitate aus aktuellen Lehrbüchern finden.


Fakt:
Die AG NFP (Arbeitsgruppe natürliche Familienplanung) hat sich die Mühe gemacht und 10.000 Zyklen ausgewertet. Das Ergebnis: nur ca 13% der Frauen haben einen Zyklus von 28 Tagen (natürlich immer davon ausgehend, dass nicht hormonell verhütet wird!).
Als "normal" werden von der AG NFP Längen zwischen 23 und 35 Tagen angesehen.
Jugendliche haben noch seltener als erwachsene Frauen einen 28-Tage-Zyklus.


Auf ein paar Tage hin oder her kommt es ja eigentlich nicht an, oder? Das alles wäre natürlich nicht so schlimm, wenn auf diesem Mythos nicht weitere "Fakten" aufbauen würden.
Vielen Frauen ist eine unterschiedliche Zykluslänge (und damit früher oder später einsetzende Blutung) durchaus bekannt, nicht bewusst ist ihnen allerdings, dass damit auch der Eisprung früher oder später stattfand - und somit das Risiko einer (ungewollten) Schwangerschaft steigt.


Mythos 2:
Der Eisprung findet etwa in der Mitte des Zyklus statt
Das bedeutet bei einem 28-Tage-Zyklus in etwa an Zyklustag 14. Und wie wir jetzt wissen, trifft das auf etwa 13% aller Frauen zu.


Fakt:
In der Hälfte aller Zyklen findet der Eisprung erst nach dem 14. Zyklustag statt, am häufigsten zwischen Zyklustag 12 bis 19.


Mythos 3:
Mit einsetzen der ersten Menstruation ist ein Mädchen fruchtbar


Fakt:
Der Zyklus einer Frau beginnt mit der Follikelphase - unter Einsatz der Schilddrüse und der Hypophyse werden Hormone freigesetzt, die zur Eizellreifung im Eierstock führen. Somit kann ein Mädchen schon VOR dem einsetzen der ersten Menstruation schwanger werden.


Mythos 4:
Erste und zweite Zyklushälfte sind gleich lang


Mythos 4 baut auf Mythos 1 auf - da mag es in den meisten Fällen stimmen - beide sind ca 14 Tage lang.


Fakt:
Die erste Zyklushälfte vor dem Eisprung schwankt ebenso in ihrer Länge wie die zweite Hälfte.
Mit dem Unterschied, dass die 2. Zyklushälfte maximal 18 Tage lang sein kann - die erste Hälfte dagegen beliebig lang (ich kenne eine Frau mit einem Eisprung ca. an Tag 99 - die in diesem extrem langen Zyklus schwanger wurde!)


Mythos 5:
Der zweite Eisprung


Fakt:
Einen 2. Eisprung, der Tage nach dem ersten Auftritt, gibt es nicht. Falls in einem Zyklus 2 (oder ganz selten) mehr Follikel springen, tun sie dies ALLE innerhalb von 6 Stunden.


Mythos 6:
Während der Menstruation kann man nicht schwanger werden


Fakt:
Das hängt von jeder Frau individuell ab. Selten, aber möglich, wenn die Blutung lange dauert und der Eisprung schon sehr früh stattfindet.


Mythos 7:
Spermien überleben nur 2-3 Tage


Fakt:
In der fruchtbaren Zeit können Spermien im weiblichen Körper 3-5 Tage überleben




Und hier wie versprochen die Zitate aus den Lehrbüchern:
"...Das löst den Eisprung in der Mitte eines jeden Zyklus aus..." (Liebe, Sex und Mehr. Alles, was ihr wissen sollt. Chr. Wolfrum und P. Süß. DTV, Aktualisierte Neuauflage, 2005)
Da haben wir ihn, den Eisprung in der Mitte eines jeden Zyklus.


"...Während seiner Reifungszeit von 14 Tagen sondert das Eibläschen ständig das Hormon Östrogen ab. Ist das Eibläschen herangereift, platzt es und gibt das befruchtungsfähige Ei frei. Das Ei wird vom Eileiter aufgefangen und wandert nun etwa drei bis sechs Tage lang durch den Eileiter zur Gebärmutter. Nur während dieser Zeit kann das Ei von einer Samenzelle befruchtet werden..." (First Love. Ein Aufklärungsbuch für junge Leute. Ravensburg 2004)


Jedes Ei in jeder Frau reift also 14 Tage. Gut zu wissen (vor allem für die Teenies).


"Die Menstruation tritt alle 28 Tage auf und dauert drei bis fünf Tage." (Biologie, Gymnasium, Sekundarstufe 2, Band 2. Kapitel Der Mensch. H. Blümel, Volk und Wissen, 1999)


"Die weiblichen Sexualhormone sorgen dafür, dass alle 28 Tage in einem dieser Follikel eine reife Eizelle heranwächst. In der Mitte des Menstruationszyklus, also um den 14. Tag, ist es dann soweit: Die Eizelle ..." (Das Verhütungsbuch, Petra Neumayer, Foitzick Verlag, 2003)